Nachbericht: Train & Silent Slam

Im Rahmen des St.Pöltner Höfefestes (welches nach ein paar Jahren Pause heuer wieder stattfand) am 29.9.2018 gab es eine ganz besondere Premiere, nämlich den “HOP ON”-Poetry-Slam-Train. Das Konzept kurz erklärt: SlammerInnen, ModeratorInnen und Publikum sind mit dem St.Pöltner Hauptstadtexpress unterwegs, der auf seinem Weg durch die Innenstadt immer wieder an bestimmten Punkten anhält, wo dann direkt neben dem Zug ein Slamtext vorgetragen und von der Jury bewertet wird. Dann geht es zur nächsten Station usw… – für die Reiseleitung sorgten moderatorisch Marlies Eder (mitsamt passender schaffnerischer Ausstattung) und Andi Pianka (welcher das Opferlamm gab).

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Als der Zug, wie geplant, um 14:30 starten sollte, war das Publikumsinteresse weit größer als die Anzahl der für die Mitfahrt im Zug verfügbaren Zählkarten. Da der Hauptstadtexpress sowieso im Schritttempo unterwegs ist, war es (auch dank des schönen frühherbstlichen Wetters) möglich, die anderen Interessierten zu einem prozessionsartigen nebenher Mitgehen zu bewegen 😉 Es wurde gefahren/gegangen, angehalten, geslammt, weitergefahren/weitergegangen usw.

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Das Finale der besten 3 (mitsamt Preisverleihung) war dann nicht mehr fahrend und auf der Straße, sondern (wenngleich ebenfalls open air) im Löwenhof angesetzt. Aus der Not einer kurzfristig fehlenden Tonanlage wurde eine äußerst kreative Ersatzlösung (möglicherweise wurde gar das allererste Mal hierzulande ein Poetry Slam auf diese Weise entschieden?): Da am Finalort vorher und nachher eine “Silent Disco” stattfand, wurden die Kopfhörer für das Publikum einfach spontan mitübernommen und das Finale wurde zu einem grandiosen “Silent Slam”.

Gewonnen hat schlußendlich Daniel Gruber (aus Hohenberg) mit einem auswendig vorgetragenen Text über Stabreime mit der höchstmöglichen Punktezahl (die er übrigens bereits auch in der Vorrunde geschafft hatte). Lena Hamböck (aus Pyhra) belegte mit Gedichten, die in erster Linie die Liebe zum Thema hatten, den zweiten Platz. Johannes Haselsteiner (aus Melk) wurde mit einem Text über 1816 (“Jahr ohne Sommer”) Dritter.

Aufgrund des großen Erfolges ist eine Wiederholung (oder gar mehrere) durchaus angedacht…

(alle Fotos: Katrin Till)

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Andi Pianka

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Autor (dutzende Veröffentlichungen in Literaturzeitschriften & Anthologien), Slammer (seit 2006 an über 240 Slams in A, D, CH, I teilgenommen, davon 34 gewonnen - Stand: Mai 2018), (Mit-)Organisator von kulturellen/literarischen Veranstaltungen (Lesungen, Open Mics etc.), 2008 GIPS-Teilnehmer im Teambewerb, 2010 geladener österreichischer Vertreter bei der "Internationalen Slam! Revue" in Berlin, 2012 Slam-Workshopleiter in Cluj/Rumänien, 8-facher Ö-Slam-Teilnehmer. Gewinner des St.Pöltner "Ingeborg-Flachmann-Preis" 2017.

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